Geschichte

  Logos der früheren Institute IWM Zustandekommen des Instituts für Werkstoffanwendungen im Maschinenbau

Gründung

Als Lehrgebiet war die Werkstoffkunde bereits im Gründungsjahr der Hochschule als Rheinisch-Westfälische Polytechnische Schule 1870 beim Lehrstuhl Mechanische Technologie vertreten. Der Lehrstuhlinhaber, Prof. G. Herrmann, lehrte die Verarbeitung der Metalle und des Holzes sowie anderer Stoffe wie Papier, Gummi oder Leder. 1906 übernahm Prof. Dr.-Ing. F. Rötscher den erweiterten Lehrstuhl für Maschinenelemente und Mechanische Technologie und richtete 1908 ein Labor für Mechanische Technologie ein, das bis 1934 in einem Teil des Bauingenieurlaboratoriums untergebracht war. 1934 wurden dem Lehrstuhl neue Räumlichkeiten in einem umgebauten ehemaligen Kloster am Marienbongard zur Verfügung gestellt. 1940 übernahm Prof. Dipl.-Ing. E. Bödderich diesen Lehrstuhl, der gegen Ende des Zweiten Weltkrieges nach Posen verlagert wurde, so dass die gesamte Einrichtung verloren ging.

40er Jahre

Nach dem Ende des Krieges und der Wiedereröffnung der Hochschule wurden die stark beschädigten Institutsgebäude am Kloster- und Marienbongard durch Institutsangehörige notdürftig wieder instand gesetzt. 1946 übernahm Prof. Dr.-Ing. F. Bollenrath die Leitung des Instituts für Maschinenelemente und Mechanische Technologie und wurde 1948 auf den Lehrstuhl berufen. Prof. Bollenrath brachte einige Prüfmaschinen und Geräte von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, DVL, mit, so dass Praktika und erste Forschungsarbeiten wieder aufgenommen werden konnten. 1949 wurden die Arbeitsgebiete in Werkstoffkunde und Maschinenelemente getrennt.

1950 bis 2000

Wegen der Zunahme der Studierendenzahlen im Maschinenbau um den Faktor 5 zwischen 1949/50 und 1959/60 und wegen der Baufälligkeit der alten Klostergemäuer wurde für die Werkstoffkunde ein Neubau am Augustinerbach geplant und 1960 bezogen. 1966 ging die Verantwortung auf Prof. Dr.-Ing. H. Böhm über, dem 1968 Prof. Dr.-Ing. A. Troost folgte. 1970 wurde die Werkstoffkunde für Maschinenbauer aufgrund hoher Lehrbelastung aufgeteilt und ein zweiter Lehrstuhl im gleichen Gebäude eingerichtet, der mit Prof. Dr. techn. O. Knotek besetzt wurde. 1980 wurden die Lehr- und Forschungsgebiete Werkstoffwissenschaften, WW, mit Prof. Dr. techn. E. Lugscheider und Werkstoffkunde, LFW mit Prof. Dr.-Ing. E. El-Magd sowie 1981 Mathematische Modelle in der Werkstoffkunde, MMW, mit Prof. Dr.-Ing. J. Betten etabliert. Mit der Emeritierung der Profs. Troost 1988 und Knotek 1991 entstand eine Wiederbesetzungslücke, die erst 1994 mit der Berufung von Prof. Dr.-Ing. P. Beiss geschlossen wurde. Die beiden vormaligen Lehrstühle für Werkstoffkunde wurden dabei wieder zusammengeführt. Aus den Arbeitsgebieten MMW wurden 2004 das Lehr- und Forschungsgebiet Kontinuumsmechanik und 2005 aus WW das Institut für Oberflächentechnik.

Die wachsende Bedeutung keramischer Werkstoffe in vielen Anwendungen des Maschinenbaus hatte dazu geführt, dass die Fakultät Anfang der 80er Jahre den Beschluss fasste, ein Institut für Keramische Komponenten einzurichten. Nach einer ersten erfolglosen Ausschreibung konnte endlich 1987 Prof. Dr.-Ing. H. Maier dem Ruf folgen und das neue Arbeitsgebiet aufbauen. Wegen des schnell steigenden Platzbedarfs für Anlagen und Geräte genügten die Räumlichkeiten schon nach kürzester Zeit nicht mehr. Die keramischen Aktivitäten wurden deshalb auf ein größeres Labor- und Bürogebäude in der Nizzaallee und ein Technikum im Stadtzentrum aufgeteilt.

2000er Jahre

In Folge struktureller Veränderungen innerhalb der Fakultät für Maschinenwesen der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule wurde im Jahr 2006 das Institut für Werkstoffanwendungen im Maschinenbau, IWM, gegründet. Das neue Institut ging hervor aus dem Institut für Werkstoffkunde, IWK, und dem Institut für Keramische Komponenten im Maschinenbau, IKKM. 2007 schloss sich das Lehr- und Forschungsgebiet Werkstoffkunde, LFW, an. So arbeiteten am Anfang des IWMs etwa je zwanzig wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter an drei Standorten.